Da wird über der Ukraine ein Flugzeug abgeschossen.

Eigentlich nicht so verwunderlich, oder?

Nun war dieses Flugzeug ein Passagierflugzeug
der Malaysian Air.

300 Tote gab es dabei.

Der Normalbürger (also auch ich), fragt sich
da doch:

Warum, du liebe Güte, sind die über ein Kriegsgebiet
geflogen?

Ich selbst würde mich als Pilot ja weigern,
allerdings will ich ungerne meinen Job verlieren, schon klar.

Aber man erfährt, dass diese Art von
Flugzeugen so hoch fliegt, dass man sie gar nicht mit Kampfjets verwechseln
kann.

Ahja, denke ich mir in meiner naiven Unschuld,
also fliegen militärische Maschinen also immer so, dass man sie korrekt
identifiziert. Sowas wie Tarnkappen-Flugzeuge gibt es wahrscheinlich auch nicht,
weil offenbar geht man ja davon aus, dass alles was so eine Flugabwehrrakete
ins Ziel nimmt, ganz klar keine zivile Linienmaschine sein kann…?

Gut, die Überlegung hilft den Opfern gar
nichts mehr und den Familien der zu Beklagenden

nicht viel mehr.

Natürlich gibt es jetzt die Schuldfrage, weil
gewesen sein will es ja niemand. Aber einen Schuldigen braucht man, sonst kommt
man Ende noch auf die Ende, dass man vielleicht selbst ein bisschen … oh, nein,
nur nicht weiterdenken!

Die Rebellen sagen, es war höchstens ein
Unfall, niemals Absicht!

Die USA, die es ja wissen müssen, behaupten
die Rakete kam von den bösen Russen.

Weil die USA als einer der Top 2
Waffenexporteure der Welt seine Raketen immer nur dahin liefert, wo sie keiner
benutzt, klar. Russland ist der andere Top-Lieferant von Kriegsgerät, keine
Frage.

Russland hingegen behauptet sogar allen Erntens,
dass die USA diesen Abschuss getätigt hat, um die Rebellen und damit Russland
vor der Weltöffentlichkeit in Misskredit zu bringen.

Ist es nicht nett, wenn man sofort den großen Schuldigen
hat?

Nunja, man glaubt natürlich gerne Erklärungen,
die von jemand kommen, der durch die Annexion der Krim erst so richtig für den
Ausbruch des Konflikts gesorgt hat. Bestimmt hätte Russland auch einige Bilder,
die diese Behauptung stützt, ein bisschen unscharf vielleicht und könnten
überall herstammen, aber egal.

Natürlich hatte die USA ja auch Beweise für
Massenvernichtungswaffen im Irak …

Tja, nach der netten Art und Weise, wie die
USA mit ihren Verbündeten umspringt, man denke an die NSA Spionage selbst da, wo
nicht einmal ein paranoider Superangsthase Terrorismus vermutet, ist man sogar
versucht, Russland zumindest zuzugestehen, dass die Möglichkeit nicht so weit
hergeholt ist.

Vor 10 Jahren hätte ich noch gelacht, hätte
jemand das angedeutet.

Es geht darum, dieses Unglück/Verbrechen
möglichst noch als Waffe zu verwenden.

Hilft das den Opfern, oder ihren Familien?

Und nun wird scheinbar erwartet, dass der
Bürgerkrieg innehält, bedächtig beiseitetritt und die Untersuchungs- und
Bergungsmannschaften ihre Arbeit machen lässt.

Das ist ja sowieso, dass es das erste Mal ist,
dass Unschuldige in diesem Konflikt ihr Leben ließen, ja klar. Zum Glück werden
die meisten Kriege ja zuschauer- und besucherfreundlich geführt …

Logisch, interessiert das einen ukrainischen Rebellen
nicht wo sehr, dass da 300 völlig Fremde, die in “seinem Krieg”
ohnehin nichts verloren hatten umgekommen sind.

Und seinem Gegner dem “rechtsstaatlichen
Soldaten” der nur seine Heimat verteidigt geht das doch auch am A …
vorbei, zumal wenn er sich von Europa ein bisschen mehr Unterstützung erhofft
hat, als bloß ein paar Sanktiönchen gegen den großen Nachbarn, der verdammt
noch mal einen Teil seines Landes einfach mal so besetzen und behalten konnte!

Da wird er sich wahnsinnig viele Gedanken
machen, wenn eben jene Europäer tatsächlich ein bisschen was davon abbekommen,
was er täglich auszustehen hat.

Klar, das sagt keiner, schon gar nicht vor
Kameras, aber ganz so schwer fällt es einem nicht, sich das vorzustellen. Man
ist ja auch nur ein Mensch und hat so eine Idee, wie man sich selbst fühlen
würde.

Und zu guter Letzt, wenn man nachdenkt, was
ich gerade schreibe, gelten meine Gedanken wirklich weniger den 300 armen Seelen,
als dem ganzen Rest der Misere. Soweit also mein Mitgefühl, doch, ein wenig beschämt
mich das ehrlich!

Ich denke mir einfach, dieses abgeschossene
Verkehrsflugzeug ist das perfekte Sinnbild wie wir (auch ich) am liebsten mit
diesem Krieg, und jedem anderen Krieg umgehen wollen:

Am liebsten finden wir ihn im TV (HD am
besten) ganz schrecklich und schimpfen über all die dummen Leute, die keinen Frieden
halten können. Von möglichst weit weg fühlen wir uns auch 5 Minuten am Tag ganz
schrecklich , dass wir nicht mehr tun (können).

Und wenn wir schon in die Nähe müssen, dann möglichst
weit drüber hinweg fliegen und nichts damit zu tun haben. Umwege in Kauf
nehmen, wieso das denn? Das wäre teuer und ICH habe mit dem Krieg ja nichts zu
tun. Sollen die mich mal schön da raus lassen …

Jetzt ist uns dieser weit entfernte Krieg doch
tatsächlich mal quasi vor der eigenen (Luft-)Straße passiert – scheiße aber
auch!

Und wisst ihr was das wirklich traurige an der
Sache ist. JETZT passiert tatsächlich wirklich was von Europa-Seite, was uns
tatsächlich sogar selbst wehtun könnte.

Das sagt eine Menge über uns aus, oder?