Mir fällt immer wieder auf, dass in den talk-Shows wie Jauch, Maischberger, Will und wie sie alle heißen die dort sitzenden Experten mit Zahlen umeinander werfen, als hätten sie keine echte Ahnung, was die auch bedeuten.

Tatsächlich bin ich ziemlich, dass ihnen die Schwere dieser Zahlen gar nicht klar ist, und zwar aus dem einfachen Grund, weil sie für jeden kaum zu fassen sind.

Die Rede ist von Millionen und Milliarden.

Amüsant wird es dann, wenn es um solche Projekte wie den Flughafen Berlin Brandenburg „Willy Brandt“, der, wie wir wissen ja weit mehr kostet als sich das selbst die vorsichtigsten Planer gedacht hatten.
Ursprünglich waren 1,7 Milliarden geplant, ich schreibe das mal zum Besseren Verständnis als reine Zahl:
1 700 000 000 EURO

Um das Verhältnis zu dieser Zahl einmal herzustellen, nehmen wir einen Verdiener, der nicht gerade jeden Euro umdrehen muss, sagen wir 2500 Euro im Monat. Gehen wir davon aus, dass er im Monat 1000 Euro davon sparen kann, oder es benutzt um den Flughafen zu bauen.
Und weil wir ja ein Staat sind in dem viele zusammen helfen, nehmen wir von denen 1000 Stück.
Ich denke soweit kann man sich das noch vorstellen.
Nun brauchen diese 1000 Leute etwa 141 Jahre und ein paar Monate um diese Summe aufzubringen.

Nun Arbeiten von den knapp 80 Millionen Menschen in Deutschland etwa 42 Millionen und man kann davon ausgehen, dass da bei Weitem nicht alle am Ende des Monats noch Geld übrig haben.
Hoffen wir einmal, dass im Schnitt die Leute 200 Euro übrig haben, dann müssten diese 42 Millionen nur knapp 3 Monate dafür arbeiten

Jeder zusätzliche Monat am Bau des Flughafens soll etwa 40 Millionen kosten.
40 000 000 Euro

Unsre 1000 Leute mit 1000 Euro müssen 40 Monate oder 3 Jahre und 3 Monate arbeiten um das aufzubringen.

Gut, alle 42 Millionen mit den 200 Euro brauchen dazu etwa eine halbe Stunde , schon bewundernswert was eine Volkswirtschaft in sogar einer halben Stunde schafft.
(wobei man natürlich im Hinterkopf behalten sollte, dass wir hier NUR von einem einzigen Projekt reden. Kindergärten, Schwimmbäder, Militärausgaben, Sozialausgaben und, und, und … sind andere Projekte die ja auch weiterlaufen. )

Noch amüsanter, oder eigentlich trauriger wird es wenn man weiß, dass die Kosten dieses Flughafenprojekts auf 5,1 Milliarden gestiegen sind und es wird geschätzt das geht mindestens noch bis 2017 so weiter.
1 700 000 000 Euro
zu
5 100 000 000 Euro

Wenn dann in so einer Talkrunde man sich gegenseitig den schwarzen Peter zuschiebt (als ob es bei der Summe noch Sinn macht nach einem Schuldigen zu suchen) verhaspeln sich gerne einmal auch diese großen Rechenkünstler, und verwechseln Millionen und Milliarden mal, so dass der Flughafen derzeit günstige 5,1 Millionen anstatt Milliarden kostet, oder pro Monat satte 40 Milliarden anstatt Millionen mehr kosten soll.

Und das war nur ein Beispiel wo es mir extrem aufgefallen ist. Das kann man ebenso bei Kosten, die in der Infrastruktur, der Rente, der Krankenversicherungen usw. anfallen bemerken.

Ich versuche einmal an einem plastischen Beispiel zu zeigen, wie groß der Unterschied zwischen Million und Milliarde wirklich ist.
Jeder kann sich etwa 1 km Straße vorstellen.
Will man nun mit dem Geodreieck darangehen und jeden Millimeter auf dieser Strecke mit einem Strich markieren, dann müsste man 1 Million Striche malen.

Nicht so viel, denkt ihr?
Stellt Euch einmal vor, ihr braucht pro Strich eine Sekunde (es soll ja nach etwas aussehen und sich bewegen muss man auch mal dabei) dann bräuchte man – logisch – 1 Million Sekunden.
Das sind: 11 einhalb Tage am Stück oder etwa 40 Arbeitstage. Ein, zwei Monate Arbeit also, und man hat es womöglich geschafft.

Eine Milliarde sind 1000mal mehr. Das wären bei unsrem Beispiel also 1500 Monate normale Arbeitstage.
Das wären 125 Arbeits-Jahre

Nochmal zum Vergleich:
Ein Mensch schafft bei ideal angenommenem Bedingungen vielleicht nach 1,5 Monaten 1 Million Striche zu zeichnen.

Aber er bräuchte 125 Jahre für 1 Milliarde.

Ist doch schon ein ganz schöner Unterschied.
Wenn ihr also das nächste Mal mitbekommt, dass wieder einmal eine Milliarde in einem Haushaltsloch verschwindet, lasst Euch nicht einreden, dass wäre auch nicht viel mehr als eine Million.

Ihr würdet für einen Wahnsinnsfernseher vielleicht mal 1000 Euro hinlegen.
Aber 1 Million Euro (also die 1000mal mehr) hättet ihr vermutlich auch nicht gerade auf der der hohen Kante …