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Einfach mal so gedacht

Worum geht es da?

Manchmal hat man ein paar Gedanken zu aktuellen (oder auch weniger aktuellen) Themen, und manchmal sind diese vielleicht sogar ziemlich schlau. Wie schlau, wird wie so oft, von anderen entschieden.
Doch dazu müssen diese sie erst einmal kennen ...

Zwei perfekte Momente

Mal so gedacht Posted on Sat, November 15, 2014 09:15:51

Zwei perfekte Momente

Ich werde mit einem Kopfstoß mitten auf die
Nase geweckt.

Nein, so ganz stimmt das nicht. Mein Unterbewusstsein
spürte wie jemand unverschämt elegant auf die Bettkante gesprungen war.

Ich spüre Fell und einen freundlichen nicht zu
heftigen Stoß, rieche nasses Gras und spüre Feuchtigkeit auf meinem Gesicht.

Es ist kurz vor acht.

Schläfrig öffne ich nach einigen Sekunden
Minuten meine Augen – oder waren es Minuten?

Nur kleine Schlitze. Eigentlich schlafe ich
noch.

Ich liege auf der Seite, den Kopf halb auf den
ausgestreckten Arm, halb ins zerwühlte Kissen gebettet.

Mein Kater hat sich vor meinem Bauch
niedergelassen. Voller Vertrauen hat er sich ebenfalls langgemacht und sein
Bein ausgestreckt, seine Schnauze halb auf dem Bein halb auf dem Laken.

Er blinzelt mich schläfrig an. Nur kleine Schlitze.

Ein perfekter Moment. Eins mit mir, meinem pelzigen
Kumpel und zugleich dem ganzen Kosmos.

Dann beginnt mein blödes Hirn zu arbeiten.

Ich bemerke die Last meines Kopfes auf dem Arm.

Mein anfangs der Woche verrenktes Knie schmerzt
zwar nicht, aber ich frage mich ängstlich ob es das bei der geringsten Bewegung
wieder tun wird.

Meine Hüfte drückt sich ungewohnt in die Matratze
und zeigt erste Warnzeichen.

Ich ärgere mich. Diese blöde Selbstreflektion,
dieser Checkup des Zustands ruiniert alles!

Zum Glück döse ich über diesen Gedanken ein.

Es ist viertel nach acht.

Schläfrig öffne ich meine Augen. Nur Schlitze.

Mein Kater hat sich auf die Seite gelegt,
seinen Rücken an meine Hüfte gelehnt. Irgendwie reicht der winzige Druck um das
Unwohlsein wegen der Lage zu beseitigen.

Kein Gedanken an mein Knie.

Mein Arm kribbelt taub, auch nicht unangenehm.

Der Kater öffnet seine Augen nicht,
tatsächlich höre ich ein beruhigendes Rasseln. Er schnurrt oder schnarcht – mir
egal.

Ich erinnere mich an den letzten Moment.
Obwohl mir klar ist, dass ich ihn bald wieder vergessen haben werde, werde ich
das Gefühl dort für ewig in mir tragen.

Mir wird klar, dass gerade die Tatsache, dass
ich ihn ohne Reue vergessen kann, ohne ihn zu verlieren, dazu beiträgt, dass
der Moment perfekt ist.

Ich habe die Gewissheit, eine der wichtigen Weisheiten
des Universums erkannt zu haben.

Und das noch vor dem Aufstehen!

Ein weiterer perfekter Moment.

Ich döse weg.

Es ist kurz vor halb.

Mein Arm tut weh, meine Hüfte zwickt und als
ich meine Beine bewege, zeigt mir mein Knie an, dass ich auch heute wohl
humpeln werde.

Ich öffne meine Augen und sehe die Sonne von
den Bäumen am Hügel eingefangen.

Ein wundervoller Herbstwaldmorgen.

Mein Blick fällt auf den Kater der ebenfalls
seine Schläfrigkeit aus den Gliedern streckt.

Unsre Blicke treffen sich.

Es braucht keine Worte. Jetzt wird
aufgestanden!

er springt unverschämt elegant aus dem Bett
und wartet davor, bis ich steif und ächzend mein Übergewicht und diese Beine,
die gar nicht meine sein können, aus dem Bett gehievt habe.

Dann läuft er schnurstracks zu seinem
Futternapf und setzt sich davor. Kein fragender Blick, kein aufforderndes
Miauen, wie sonst.

Ich öffne ohne zu zögern wortlos einen Beutel
vom teuren Futter, was es nur zu besonderen Gelegenheiten gibt.

Er weiß, dass ich weiß:

Heute ist so eine besondere Gelegenheit.

Zwei perfekte Momente.



ein Haufen Nullen

Mal so gedacht Posted on Sat, August 16, 2014 17:08:07

Mir fällt immer wieder auf, dass in den talk-Shows wie Jauch, Maischberger, Will und wie sie alle heißen die dort sitzenden Experten mit Zahlen umeinander werfen, als hätten sie keine echte Ahnung, was die auch bedeuten.

Tatsächlich bin ich ziemlich, dass ihnen die Schwere dieser Zahlen gar nicht klar ist, und zwar aus dem einfachen Grund, weil sie für jeden kaum zu fassen sind.

Die Rede ist von Millionen und Milliarden.

Amüsant wird es dann, wenn es um solche Projekte wie den Flughafen Berlin Brandenburg „Willy Brandt“, der, wie wir wissen ja weit mehr kostet als sich das selbst die vorsichtigsten Planer gedacht hatten.
Ursprünglich waren 1,7 Milliarden geplant, ich schreibe das mal zum Besseren Verständnis als reine Zahl:
1 700 000 000 EURO

Um das Verhältnis zu dieser Zahl einmal herzustellen, nehmen wir einen Verdiener, der nicht gerade jeden Euro umdrehen muss, sagen wir 2500 Euro im Monat. Gehen wir davon aus, dass er im Monat 1000 Euro davon sparen kann, oder es benutzt um den Flughafen zu bauen.
Und weil wir ja ein Staat sind in dem viele zusammen helfen, nehmen wir von denen 1000 Stück.
Ich denke soweit kann man sich das noch vorstellen.
Nun brauchen diese 1000 Leute etwa 141 Jahre und ein paar Monate um diese Summe aufzubringen.

Nun Arbeiten von den knapp 80 Millionen Menschen in Deutschland etwa 42 Millionen und man kann davon ausgehen, dass da bei Weitem nicht alle am Ende des Monats noch Geld übrig haben.
Hoffen wir einmal, dass im Schnitt die Leute 200 Euro übrig haben, dann müssten diese 42 Millionen nur knapp 3 Monate dafür arbeiten

Jeder zusätzliche Monat am Bau des Flughafens soll etwa 40 Millionen kosten.
40 000 000 Euro

Unsre 1000 Leute mit 1000 Euro müssen 40 Monate oder 3 Jahre und 3 Monate arbeiten um das aufzubringen.

Gut, alle 42 Millionen mit den 200 Euro brauchen dazu etwa eine halbe Stunde , schon bewundernswert was eine Volkswirtschaft in sogar einer halben Stunde schafft.
(wobei man natürlich im Hinterkopf behalten sollte, dass wir hier NUR von einem einzigen Projekt reden. Kindergärten, Schwimmbäder, Militärausgaben, Sozialausgaben und, und, und … sind andere Projekte die ja auch weiterlaufen. )

Noch amüsanter, oder eigentlich trauriger wird es wenn man weiß, dass die Kosten dieses Flughafenprojekts auf 5,1 Milliarden gestiegen sind und es wird geschätzt das geht mindestens noch bis 2017 so weiter.
1 700 000 000 Euro
zu
5 100 000 000 Euro

Wenn dann in so einer Talkrunde man sich gegenseitig den schwarzen Peter zuschiebt (als ob es bei der Summe noch Sinn macht nach einem Schuldigen zu suchen) verhaspeln sich gerne einmal auch diese großen Rechenkünstler, und verwechseln Millionen und Milliarden mal, so dass der Flughafen derzeit günstige 5,1 Millionen anstatt Milliarden kostet, oder pro Monat satte 40 Milliarden anstatt Millionen mehr kosten soll.

Und das war nur ein Beispiel wo es mir extrem aufgefallen ist. Das kann man ebenso bei Kosten, die in der Infrastruktur, der Rente, der Krankenversicherungen usw. anfallen bemerken.

Ich versuche einmal an einem plastischen Beispiel zu zeigen, wie groß der Unterschied zwischen Million und Milliarde wirklich ist.
Jeder kann sich etwa 1 km Straße vorstellen.
Will man nun mit dem Geodreieck darangehen und jeden Millimeter auf dieser Strecke mit einem Strich markieren, dann müsste man 1 Million Striche malen.

Nicht so viel, denkt ihr?
Stellt Euch einmal vor, ihr braucht pro Strich eine Sekunde (es soll ja nach etwas aussehen und sich bewegen muss man auch mal dabei) dann bräuchte man – logisch – 1 Million Sekunden.
Das sind: 11 einhalb Tage am Stück oder etwa 40 Arbeitstage. Ein, zwei Monate Arbeit also, und man hat es womöglich geschafft.

Eine Milliarde sind 1000mal mehr. Das wären bei unsrem Beispiel also 1500 Monate normale Arbeitstage.
Das wären 125 Arbeits-Jahre

Nochmal zum Vergleich:
Ein Mensch schafft bei ideal angenommenem Bedingungen vielleicht nach 1,5 Monaten 1 Million Striche zu zeichnen.

Aber er bräuchte 125 Jahre für 1 Milliarde.

Ist doch schon ein ganz schöner Unterschied.
Wenn ihr also das nächste Mal mitbekommt, dass wieder einmal eine Milliarde in einem Haushaltsloch verschwindet, lasst Euch nicht einreden, dass wäre auch nicht viel mehr als eine Million.

Ihr würdet für einen Wahnsinnsfernseher vielleicht mal 1000 Euro hinlegen.
Aber 1 Million Euro (also die 1000mal mehr) hättet ihr vermutlich auch nicht gerade auf der der hohen Kante …



Vorhang für den Clown – es lebe der Clown!

Mal so gedacht Posted on Tue, August 12, 2014 20:45:36

Robin Williams verliert den Kampf gegen seine Depressionen.

»Nanonano«

oder

»Good morning Vietnam«

haben ihn unsterblich
gemacht.

Robin Williams zum
lustigsten Menschen der Welt zu küren, soweit wäre ich nicht gegangen.

Immerhin waren es
gerade Rollen wie der sich selbst erkennende Roboter im 200 Jahre-Mann, als
Autodidakt und Spätzünder in Patch-Adams
oder blauäugigen Radiomacher in »Good Morning Vietnam« die für mich seinen
Charme ausgemacht haben.

Er war immer dann am besten
wenn er seine Komik vor ernstem Hintergrund anbringen konnte.
Er war kein echter Possenreiser, eher ein Komödiant, der um die feine Komik der Ironie wusste.

Deswegen empfinde ich
es wenig beleidigend, wenn man nun so tut, als wäre er ein reiner Spaßvogel
gewesen, der seine »dunkle Seite« überspielt hat.

In den Nachrufen kann
man den Eindruck bekommen, er wäre sein ganzes Leben kreuzunglücklich gewesen und
er hätte nur andere zum Lachen gebracht, aber für ihn selbst wäre nichts dabei
herausgekommen.

Was für ein Blödsinn.

Ich maße mir zwar
nicht an zu sagen, ich hätte ihn persönlich gekannt, aber keiner wird 63, hat
immerhin dreimal geheiratet und drei Kinder, die er (und die ihn) offenbar
ziemlich gerne hatte und die er wohlüberlegt stückchenweise an ihr Erbe lässt. Allein schon an der Voraussicht ihnen nicht sofort alles Geld in den Rachen zu werfen, sieht man, dass er zukunftsorientiert gedacht hat.

Das klingt für mich
nicht nach einem Mann, der in seinem Leben furchtbar viel zu bedauern hatte und am liebsten den Kopf unter der Bettdecke behalten wollte.

Ganz sicher hatte er
ebenso wie alle seine Zweifel und Sorgen im Leben, und es ist nicht zu leugnen,
dass eine Menge Schauspieler mit dem gigantischen Erfolg in Hollywood nicht
wirklich klarkommen. Aber das macht ihn nicht gleich zu dieser tragischen Figur, zu der man ihn gerade hochstilisieren will.

Deswegen wieder
diese alte Nummer mit »In jedem Clown steckt ein trauriger Mensch«
herauszuziehen ist einfach albern.

In jedem Menschen
steckt ein trauriger Mensch, ebenso wie ein fröhlicher, ein tapferer, ein ängstlicher,
usw.

Soweit mir bekannt,
hat Robin Williams noch 2 Kinofilme abgedreht, die demnächst wohl mit großen Hype
herausgebracht werden. Mit der Serie »The Crazy Ones« ist er leider baden
gegangen, was ich persönlich sehr schade fand – Williams konnte in der Rolle
des genial unkonventionellen Querdenkers das Verkörpern, was seine Rollen so gut machte:

Intelligente Komik mit
Gefühl.

Letztlich werde ich
weniger daran denken, dass er mich zum Lachen gebracht hat, sondern dass es
eher meist ein nachdenkliches Lächeln war.

Vielleicht noch ein Zitat,
was ihm vermutlich sehr gefallen hätte, angesichts der betroffenen Reaktionen
auf sein Ableben:

»Und so sehen wir betroffen, den Vorhang zu und
alle Ärsche offen …«



das ultimative Unendlich

Mal so gedacht Posted on Fri, August 01, 2014 10:36:03

»Der Weltraum, unendliche Weiten …«

So fängt eine der berühmtesten Science Fiction
Serien unsrer Zeit an, zumindest in der deutschen Übersetzung. Im Original heißt
es »Space: the final frontier.«, also in etwa: »Der Weltraum, die letzte Grenze.«

Unendlich, nicht endlich, ewig, immerwährend,
kein Ende.

Die Bedeutung liegt irgendwo in der Nähe von
gewaltig oder kaum, wenn überhaupt erfassbar.

Betrachten wir den Begriff einmal unter
verschiedenen Aspekten.

1. Der Mathematische Aspekt

Unendlich wird in der Mathematik als liegende
Acht geschrieben, wobei es interessanterweise schon einmal plus und minus
unendlich gibt.

Zudem gibt es interessante Überlegungen dazu.

Nehmen wir einfach mal die Zahlen 1 und 2.

Wie viele Zahlen liegen denn dazwischen?

1,5 fällt uns zuerst ein, aber halt! Zwischen
1,5 und 1 liegen ja noch 1,1 oder 1,2 oder 1,3 … und zwischen diesen Zahlen
liegen ja immer noch weitere.

Also könnte man sagen, zwischen 2 Zahlen, egal
wie nahe sie aufeinander liegen, liegen immer noch unendlich viele andere Zahlen.

Aber wenn zwischen 1 und 2 unendlich viele Zahlen
liegen, liegen dann zwischen 1 und 3 nicht doppelt so viele Zahlen, da ja die
Spanne auch doppelt so groß ist?

Wären das dann zwei mal unendlich viele
Zahlen? Gibt es also kleinere und größere Unendlichkeiten?

Ziemlich verwirrend.

2. Der messtechnische Aspekt

Vielleicht kennt man das noch aus dem Erdkundeunterricht.

Wie groß ist die Küstenlinie eines beliebigen Küstenabschnitts
am Meer?

Misst man grob, dann kann man es auf Kilometer, genauer gemessen auf Meter
benennen, und damit macht man die meisten Krümmungen schon ganz gut mit. So
genau macht das kein Satellit.

Geht man mit den Milimeterband dran, die
Krümmungen zwischen den Eckpunkten zu messen, kommen pro Meter noch einmal etwa
1,5 Meter dazu.

Warum 1,5 Meter? Ganz einfach. Da Krümmungen
mal links und mal rechts herum gehen, kommen wir am Ende, wenn wir alle linken
Kurven auf rechts wenden im Mittel auf einen halben Kreis. Da wir zwischen
Meterpunkten messen, ist der Radius dieses Halbkreises 0,5 Meter.

Aus dem Mathe-Unterricht wissen wir: Kreisumfang = 2 mal Pi mal Radius.

Der halbe Kreisumfang also = 1 mal Pi mal
Radius.

Pi ist etwa 3,14 also für uns schwache Kopfrechner
hier der Einfachheit halber 3.

3 mal 0,5 = 1,5

Was für die Strecke zwischen den Meterpunkten
gilt, gilt auch für die Strecke zwischen den Dezimeterpunkten, den
Millimeterpunkten, etc.

Das gleiche Spiel kann man übrigens auch für
die Länge von Flüssen treiben, wenn man es drauf anlegt.

Wenn man den Gedanken also fortführt muss die Antwort
auf die anfangs gestellte Frage lauten: Eine Küstenlinie, egal wo, ist immer
unendlich groß.

Hätte man nicht gedacht, dass schon die Erde
so viel Unendliches hat.

3. Der Weltraumaspekt

Das Universum ist unendlich groß. Das wird gerne
behauptet und es erscheint uns auch irgendwo logisch. Wie könnte denn alles was
es gibt einfach irgendwo aufhören?

Tatsächlich ist es nicht ganz so einfach.

Wir gehen davon aus, dass unser Universum (man
beachte das »unser«) mal aus einem winzig kleinen, auf quasi einen Punkt zusammengepressten
… äh … Dings … entstanden ist. Die Theorie vom Big Bang (Urknall) kennt
man ja nicht erst seit der gleichnamigen Sitcom.

Seitdem breitet sich das Universum aus …

Ok … es breitet sich also aus, war also mal
kleiner!

Schon wieder kleinere und größere
Unendlichkeiten – es ist zum Kopfschmerzen bekommen!

Gehen wir mal noch etwas weiter.

Wir wissen, alles was wir sehen ist quasi nichts
anderes als Licht, was reflektiert oder ausgestrahlt wird.

Stellen wir uns mal vor, nur für Spaß (um mal
Prof Lesch zu zitieren), dass das Universum ein Luftballon ist, der immer
weiter aufgeblasen ist.

Der Ort an dem wir stehen und der Ort den wir
untersuchen (also ein Stern oder etwas, was nicht gerade in Spuckreichweite
ist) sind 2 Punkte auf der Haut des Ballons.

Wie bei einem Luftballon, entfernen sich die
Punkte nahe zueinander langsamer voneinander, als die weiter weg. Die schlauen Astrophysiker
rechnen in etwa mit 265700 km/h pro 1 Million Parsec.

Ein Parsec ist eine Entfernung von einer 3 mit
13 Nullen km, also irre viel, man kann da schon mal Richtung »kleines
Unendlich« denken.

Bei richtig weit entfernten Teilen, also 10000
Parsec oder noch mehr wäre das die zehntausendfache Geschwindigkeit, also etwa 2.657.000.000
km/h.

Zum Vergleich: Das Licht schafft schlappe 1.079.251.200
km/h , also nicht einmal mehr halb so schnell.

Das bedeutet, das Licht von so weit entfernten
Gegenden schafft es gar nicht mehr bis zu uns.

Und Orte von wo kein Bild mehr zu uns kommt, sind für uns … weg!

Wenn wir anfangen in der Entfernung etwas nicht
mehr sehen/messen zu können, wie wollen wir sagen, wie weit es dahinter noch weiter
geht?

Im Prinzip ist ja alles hinter einer gewissen
Entfernung für uns verloren.

Klar, wir sehen noch die Bilder von damals,
als es noch nicht so weit war, aber uns ist schon klar, dass wenn das Bild ein
paar Millionen (Milliarden) Jahre zu uns braucht, in der Zeit sich eine Menge
dort verändert hat.

Kann man also sagen das Universum ist
unendlich?

Tja, da es sich theoretisch (soweit wir
wissen) ausdehnt, muss es ja größer werden, also muss es auch eine Art
Außenrand geben, an dem man diese Größe festmachen könnte.

Faktisch ist dieser Rand aber schon lange
außerhalb unsrer Reichweite. Und für uns Otto-Normalbürger ist nie zu erreichen
und noch mehr nie zu erreichen kein sinnvoller Unterschied.

Nie ist einfach nie. Punkt. Ob gar nie,
überhaupt nie, oder nie-nie-nie, macht nie nicht weniger endgültig oder
endgültiger.

4. Der metaphorische (vielleicht auch
mystische) Aspekt

Die Liebe einer Mutter kennt keine Grenzen,
ist also unendlich.

Auch so eine Redewendung, von den
Liebeschwüren Frischverliebter ganz abgesehen. Wer kennt nicht diese »Ich liebe
Dich – ich dich noch mehr, ich Dich noch viel mehr – usw …« – Telefonate.

Natürlich sind Gefühle ohnehin ganz schwer zu
quantifizieren, was sie, siehe das Beispiel der Küstenlinie, vielleicht schon
alleine dadurch unendlich macht.

Nun gibt es auch noch Gottes Liebe, die ja
ebenso unendlich groß ist, kein Wunder, wenn der Weltenschöpfer die Unendlichkeit
quasi geschaffen hat, können seine Qualitäten nichts weniger als den maximalen Maßstab
erfüllen.

Wenn also Gott alle Menschen liebt (auch die
Mütter), und alle Mütter ihre Kinder unendlich lieben, sind dann die Kinder
unendlich zum Quadrat in Gottes Liebe, oder wie müsste man das beschreiben?

Andererseits, sind wir nicht alle Gottes
Kinder? Das heißt wenigstens Gott muss sich mit seiner Liebe nicht mit
verschiedenen Konfektionsgrößen von unendlich herumschlagen? (würde mir
persönlich als Beweis seiner Göttlichkeit durchaus ausreichen)

Sicher gäbe es noch weitere Aspekte.

Was man jedenfalls bedenken sollte, wenn man mit solchen ultimativen
Größenangaben arbeitet ist, dass das Ultimative wirklich immer die »final
frontier« also die letzte Grenze beschreibt. Darüber hinaus kann es nichts
geben.

Wenn ihr also das nächste mal in der Werbung
hört, dass dieses neue Waschmittel nun endlich wirklich ganz bestimmt sicher
das »ultimativste Sauberkeitswunder« ist, denkt einfach mal darüber nach, wie
weit das von der Wirklichkeit entfernt sein muss, da das Ultimative (das zu
steigern allein schon absurd ist) zwingend außerhalb unsrer Reichweite bleiben
muss, sonst wäre es eben nicht die letzte Grenze – oder glaubt tatsächlich
jemand, dass es wirklich ganz bestimmt nie, nie, nie mehr sauberer geht, als
nach der Wäsche mit diesem Wunderwaschmittel …?



Der Krieg kommt uns näher

Mal so gedacht Posted on Thu, July 31, 2014 19:33:28

Da wird über der Ukraine ein Flugzeug abgeschossen.

Eigentlich nicht so verwunderlich, oder?

Nun war dieses Flugzeug ein Passagierflugzeug
der Malaysian Air.

300 Tote gab es dabei.

Der Normalbürger (also auch ich), fragt sich
da doch:

Warum, du liebe Güte, sind die über ein Kriegsgebiet
geflogen?

Ich selbst würde mich als Pilot ja weigern,
allerdings will ich ungerne meinen Job verlieren, schon klar.

Aber man erfährt, dass diese Art von
Flugzeugen so hoch fliegt, dass man sie gar nicht mit Kampfjets verwechseln
kann.

Ahja, denke ich mir in meiner naiven Unschuld,
also fliegen militärische Maschinen also immer so, dass man sie korrekt
identifiziert. Sowas wie Tarnkappen-Flugzeuge gibt es wahrscheinlich auch nicht,
weil offenbar geht man ja davon aus, dass alles was so eine Flugabwehrrakete
ins Ziel nimmt, ganz klar keine zivile Linienmaschine sein kann…?

Gut, die Überlegung hilft den Opfern gar
nichts mehr und den Familien der zu Beklagenden

nicht viel mehr.

Natürlich gibt es jetzt die Schuldfrage, weil
gewesen sein will es ja niemand. Aber einen Schuldigen braucht man, sonst kommt
man Ende noch auf die Ende, dass man vielleicht selbst ein bisschen … oh, nein,
nur nicht weiterdenken!

Die Rebellen sagen, es war höchstens ein
Unfall, niemals Absicht!

Die USA, die es ja wissen müssen, behaupten
die Rakete kam von den bösen Russen.

Weil die USA als einer der Top 2
Waffenexporteure der Welt seine Raketen immer nur dahin liefert, wo sie keiner
benutzt, klar. Russland ist der andere Top-Lieferant von Kriegsgerät, keine
Frage.

Russland hingegen behauptet sogar allen Erntens,
dass die USA diesen Abschuss getätigt hat, um die Rebellen und damit Russland
vor der Weltöffentlichkeit in Misskredit zu bringen.

Ist es nicht nett, wenn man sofort den großen Schuldigen
hat?

Nunja, man glaubt natürlich gerne Erklärungen,
die von jemand kommen, der durch die Annexion der Krim erst so richtig für den
Ausbruch des Konflikts gesorgt hat. Bestimmt hätte Russland auch einige Bilder,
die diese Behauptung stützt, ein bisschen unscharf vielleicht und könnten
überall herstammen, aber egal.

Natürlich hatte die USA ja auch Beweise für
Massenvernichtungswaffen im Irak …

Tja, nach der netten Art und Weise, wie die
USA mit ihren Verbündeten umspringt, man denke an die NSA Spionage selbst da, wo
nicht einmal ein paranoider Superangsthase Terrorismus vermutet, ist man sogar
versucht, Russland zumindest zuzugestehen, dass die Möglichkeit nicht so weit
hergeholt ist.

Vor 10 Jahren hätte ich noch gelacht, hätte
jemand das angedeutet.

Es geht darum, dieses Unglück/Verbrechen
möglichst noch als Waffe zu verwenden.

Hilft das den Opfern, oder ihren Familien?

Und nun wird scheinbar erwartet, dass der
Bürgerkrieg innehält, bedächtig beiseitetritt und die Untersuchungs- und
Bergungsmannschaften ihre Arbeit machen lässt.

Das ist ja sowieso, dass es das erste Mal ist,
dass Unschuldige in diesem Konflikt ihr Leben ließen, ja klar. Zum Glück werden
die meisten Kriege ja zuschauer- und besucherfreundlich geführt …

Logisch, interessiert das einen ukrainischen Rebellen
nicht wo sehr, dass da 300 völlig Fremde, die in “seinem Krieg”
ohnehin nichts verloren hatten umgekommen sind.

Und seinem Gegner dem “rechtsstaatlichen
Soldaten” der nur seine Heimat verteidigt geht das doch auch am A …
vorbei, zumal wenn er sich von Europa ein bisschen mehr Unterstützung erhofft
hat, als bloß ein paar Sanktiönchen gegen den großen Nachbarn, der verdammt
noch mal einen Teil seines Landes einfach mal so besetzen und behalten konnte!

Da wird er sich wahnsinnig viele Gedanken
machen, wenn eben jene Europäer tatsächlich ein bisschen was davon abbekommen,
was er täglich auszustehen hat.

Klar, das sagt keiner, schon gar nicht vor
Kameras, aber ganz so schwer fällt es einem nicht, sich das vorzustellen. Man
ist ja auch nur ein Mensch und hat so eine Idee, wie man sich selbst fühlen
würde.

Und zu guter Letzt, wenn man nachdenkt, was
ich gerade schreibe, gelten meine Gedanken wirklich weniger den 300 armen Seelen,
als dem ganzen Rest der Misere. Soweit also mein Mitgefühl, doch, ein wenig beschämt
mich das ehrlich!

Ich denke mir einfach, dieses abgeschossene
Verkehrsflugzeug ist das perfekte Sinnbild wie wir (auch ich) am liebsten mit
diesem Krieg, und jedem anderen Krieg umgehen wollen:

Am liebsten finden wir ihn im TV (HD am
besten) ganz schrecklich und schimpfen über all die dummen Leute, die keinen Frieden
halten können. Von möglichst weit weg fühlen wir uns auch 5 Minuten am Tag ganz
schrecklich , dass wir nicht mehr tun (können).

Und wenn wir schon in die Nähe müssen, dann möglichst
weit drüber hinweg fliegen und nichts damit zu tun haben. Umwege in Kauf
nehmen, wieso das denn? Das wäre teuer und ICH habe mit dem Krieg ja nichts zu
tun. Sollen die mich mal schön da raus lassen …

Jetzt ist uns dieser weit entfernte Krieg doch
tatsächlich mal quasi vor der eigenen (Luft-)Straße passiert – scheiße aber
auch!

Und wisst ihr was das wirklich traurige an der
Sache ist. JETZT passiert tatsächlich wirklich was von Europa-Seite, was uns
tatsächlich sogar selbst wehtun könnte.

Das sagt eine Menge über uns aus, oder?



Krieg mal von weiter unten betrachtet

Mal so gedacht Posted on Sat, July 26, 2014 20:15:54

Helena und Isme

Helena ist 4 Jahre alt.

Sie spielt hinterm Haus im Hof.

Für ihr Alter ist sie noch ziemlich klein, und
sie ist nicht ganz so klug wie andere Kinder, die sie kennt.

Aber dafür ist sie ein liebes Kind. Sie weint
wenig, schreit nachts fast nie und tut brav was man ihr sagt. Außerdem hat sie
ein umwerfendes Lächeln.

Sie wohnt in Ursk, einem winzigen Dorf in der
Ukraine. sie weiß das deshalb, weil ihr Papa es ihr gesagt hat. Und ihr Papa
weiß einfach alles!

Helena wird bald 5 Jahre alt. Stolz zeigt sie
ihre ganze Hand mit allen Fingern, weil sie weiß, das ist fünf!

Helenas Papa ist vor ein paar Tagen
fortgegangen. Er hat sich einen gefleckten Pyjama angezogen und ist mit anderen
Männern, die auch solche lustigen Pyjamas anhatten fortgegangen.

Ihr Papa hatte da auch ein Gewehr getragen,
wie die anderen Männer, zu denen er auf den Lastwagen gestiegen ist.

Helena winkte den Männern und ihrem Papa nach.
Er hatte ihr nämlich gesagt, dass er losgeht um kleine Kinder und ihre Mamas zu
beschützen.

Gerade kommt ihre Mama aus dem Haus gelaufen nimmt
Helena in den Arm und drückt sie fast an sich. Außerdem kuscheln sich beide
ganz eng an die Hauswand.

Mama sagt die ganze Zeit, dass Helena keine Angst
haben muss, weint aber und zittert.

Weil ihre Mama aber ihre Mama ist, glaubt
Helena ihr, warum auch nicht?

Es kommen Männer in fleckigen Pyjamas. Sie
reden dieselbe Sprache, denselben Dialekt wie Papa, also denkt Helena, dass die
Männer kommen um sie und ihre Mama zu beschützen, weil es das ist, was ihr
Papa gesagt hat.

Die Männer packen Mama und ziehen sie ins
Haus.

Mama ruft ihr die ganze Zeit zu, dass sie
keine Angst zu haben braucht und ganz brav sitzen bleiben muss.

Weil Helena brav ist, macht sie das.

Auch als aus dem Haus Schluchzen kommt.

Auch als das Geräusch von zerreißendem Stoff
zu hören ist.

Auch als der unterdrückte Schrei einer Frau zu
hören ist, die sich die Lippen blutig beißt, damit ihre Tochter ihre Qualen
nicht hört.

Sogar als sie lautes Klatschen hört und
von der Frau schließlich gar nichts mehr höret, bleibt Helena brav
sitzen.

Eine ganze Weile ist nichts mehr zu hören und
Helena muss Pippi.

Sie ruft ihre Mama, aber die antwortet nicht.

Als es fast gar nicht mehr geht, steht Helena
auf und geht ins Haus.

Mit großen Augen sieht sie auf die Frau, die
am Boden liegt.

Sie hat genau das gleiche Kleid wie Mama an,
nur dass ihr Kleid vom Bauch abwärts schmutzig von rotem Saft ist.

Außerdem sieht Helena die aufgerissenen Augen und das Gesicht der Frau.

Es ist ganz dick und blau und die Nase ist
irgendwie komisch platt.

Die Frau hat sogar dieselbe Haarfarbe wie Mama.

Helena geht vor Haus, vielleicht ist Mama ja draußen?

Bestimmt weiß sie, wer diese Frau im Haus ist.

Mama weiß immer alles!

Helena sieht wie viele Männer in gefleckten
Pyjamas auf Wägen steigen.

Sie sind wohl fertig mit Mamas und Kinder beschützen, denkt sich Helena.

Und weil sie so abgelenkt ist, merkt sie
nicht, wie ihr Pippi durchs Hosenbein herabfließt und sich langsam eine Lache
unter ihr bildet …

Isme ist vier Jahre alt.

Sie ist ein fröhliches Mädchen und ziemlich
schlau für ihr Alter.

Ihr Papa ist Lehrer und, weil er es ihr gesagt
hat, ist es auch wahr.

Sie kann schon mit den Fingern zählen. Eins,
zwei, drei, vier und fünf, so alt, wie sie bald wird.

Das hat ihr Papa beigebracht.

Isme wohnt in Gaza. Das weiß sie, weil es einmal
im Fernsehen kam und Papa ihr gesagt hat, dass sie genau da wohnen.

Ihr Papa weiß einfach alles, das steht für
Isme fest.

Papa hat ihr auch beigebracht, dass man keine
anderen Kinder schlagen darf, auch wenn sie einem die Spielsachen klauen. Weil
alle Menschen die Lieblinge Gottes sind, hat er gesagt.

Deshalb macht das Isme auch nicht mehr.

Sie verhaut auch niemanden mehr, bloß weil er
doof ist, was ja ziemlich viele sind.

Isme denkt sich, dass Gott es wahrscheinlich blöd
findet, wenn jemand einen seiner Lieblinge schlägt.

Sie selbst würde das auf jeden Fall blöd
finden, also macht sie das nicht mehr.
Nicht einmal mehr ihren Bruder, der ihr immer das Spielzeug klauen will.

Isme, ihr Bruder Kareem, Papa und Mama sind
gerade auf einem Ausflug.

Mama hat gesagt, dass der Ausflug bestimmt
lustig wird.

Schon zweimal sind sie von dort wo sie waren wieder ganz schnell weggefahren.

Ihr Mama weint oft. Kareem weint dann auch meistens.

Viele andere Menschen machen auch Ausflüge,
wie Ismes Familie, obwohl gar keine Ferien sind.

Isme hat aber Spaß, weil sie viele andere Kinder
trifft.

Sie mag es andere Leute kennenzulernen. Das
ist lustig.

Plötzlich schreien viele Leute. Alle werfen
sich auf den Boden oder auf jemand anderen drauf.

Papa wirft sich auf Isme, die gar keine Luft
bekommt.

Dann kracht es ganz furchtbar und es wird ganz
heiß, so heiß, dass Isme schreien will.

Doch dann gibt es keine Isme mehr die schreien
kann.

Und es gibt auch keine Isme mehr, die fünf
werden könnte….



WM Weltmeister

Mal so gedacht Posted on Fri, July 18, 2014 19:12:06

Wir sind Weltmeister

Gratulation!

Wir haben es endlich geschafft und den vierten Stern geholt.

(Für die Wenigen, die das nicht verstehen sei erklärt, dass jeder Gewinn einer WM im Fußball die Mannschaft berechtigt einen Stern über ihrem Landeswappen zu tragen…)

Ich hab’ mich auch irre gefreut und mitgefiebert und ich gebe gerne zu, dass es mir eine kleine Befriedigung gibt – auch wenn mir bewusst ist, dass “mein” persönlicher Anteil am Erreichen des Ziels nicht wirklich erwähnenswert ist.

Allerdings kommt mir der Gedanke, dass die Brasilianer nun auf einer stattlichen Anzahl neuer Stadien sitzen, die sie selbst so gar nicht brauchen. Sie mussten ja nach “FIFA-Standard” gebaut werden, will heißen modern und damit teuer. Um diese Stadien nun nicht verkommen zu lassen sind weitere laufende Kosten nötig, die für einen Otto-Normal-Verdiener wie mich irrwitzig sind.

Da frage ich mich doch, wie irrwitzig diese Geldsummen für die vielen Millionen Brasilianer sein müssen, die in Wellblechhütten ohne Fenster, Wasser oder gar Strom leben müssen.

Das dämpft meine Feierlaune doch etwas.

Vielleicht hat diese WM aber das Interesse der Welt an Brasilien verstärkt und gezeigt zu was die Leute dort fähig sind. Immerhin haben sie trotz anderen drängenden Problemen einen tolle WM auf die Beine gestellt.

Solch eine Einstellung sollte doch auch für ausländische Investoren etwas Wert sein.

Naja, nur mal so gedacht …